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November 20, 2020

Wie Dich die Versöhnung mit Deiner Mutter zu Freiheit und Selbstliebe führt

„Warum sollte ich mich mit meiner Mutter versöhnen? Sie konnte mir in meinem Leben nie genug Liebe und Aufmerksamkeit schenken.“

„Meine Mutter hat es gar nicht verdient, dass ich mich mit ihr versöhne. Zwischen uns ist einfach zu viel vorgefallen.“

„Ich will mich nicht mit meiner Mutter versöhnen. Ich will niemals so werden wir sie.“

 

Mir sind in meiner Arbeit, in der ich mich intensiv mit der Mutter-Tochter-Beziehung beschäftige, schon einige Frauen begegnet, die auf diese Weise über Versöhnung denken. Versöhnung stellt sich in dieser Haltung so dar, als sei es ein Akt dem Gegenüber – in diesem Fall der Mutter – einen Gefallen zu tun, indem man sie aus einer „Schuld“ entlässt. Indem man gar vergangene, schmerzhafte Erlebnisse einfach zur Seite schiebt und so tut, als sei alles gar nicht so schlimm gewesen. Nein – diese Art von Versöhnung hat wahrlich kein Mensch verdient. Denn sie hält beide Parteien im Zorn, in der Schuld, im Unglück und in der Unfreiheit.

Spannenderweise stellt sich aber ebenso keine Entspannung im Leben ein, wenn man sich auf solch rebellische Art gegen eine Versöhnung sträubt, wie es die anfänglichen Sätze beschreiben. Das äußert sich darin, dass man sich irgendwie nicht richtig selbst lieben kann, sich immer hinten anstellt, sich nicht wirklich schön findet, nicht wirklich in die eigene weibliche Kraft und Identität findet – kurz: einfach unglücklich ist.

 

„Wenn Du anfängst den Schoß zu ehren aus dem Du geboren wurdest, dann beginnst Du Dein eigenes Leben zu ehren.“

Germaid Charlotte

 

Versuche einmal für diesen Moment all die Konflikte, die zwischen Dir und Deiner Mutter bestanden haben mögen, ruhen zu lassen. Es geht nicht darum, Dinge die geschehen sind ungeschehen zu machen. Das ist nicht möglich. Dein einziger Weg ist, der Friede mit diesen Dingen. Und jetzt frage einmal in Dein Inneres hinein: „Liebe ich mich selbst?“

Was auch immer als Antwort in Dir aufsteigt, lass es ohne Wertung einfach stehen.

 

Aus der Fülle gewachsen

Nun stelle Dir vor, Du bist ein kleiner Same, umhüllt von dunkler, nahrhafter Erde. Stell Dir vor, dass Du von dieser Erde alles bekommst, was Du brauchst, um zu wachsen. Die Bedingungen sind optimal, sodass aus Dir das Grün keimen kann. Du reckst Dich und streckst Dich bis Du an die Oberfläche kommst und mit viel Kraftaufwand durch die Erddecke stößt. Hier wartet eine ganz neue, unbekannte, zauberhafte Welt auf Dich. Du wächst immer weiter und wirst größer, bist aber gleichzeitig fest in der Erde verwurzelt und bekommst durch sie Halt. Du bekommst durch diesen Halt erst die Möglichkeit, so hoch zu wachsen. Bald bist du eine wunderschöne Blume geworden. Du duftest zauberhaft und Menschen und Tiere erfreuen sich an Dir. Dein einziges Begehr ist es, zu leben und weiter zu wachsen. Was glaubst Du, antwortet diese Blume, wenn Du sie fragst: „Liebst du dich selbst?“

Tochter dieser Erde

 Genau, sie wird JA sagen! Und weißt du warum? Weil sie die Erde, die sie genährt hat, die sie geboren hat und die ihr nun Halt gibt, achtet. Die Blume sagt nicht zur Erde: „Ach, warum bist Du denn nur so trocken? Wenn Du doch nur feuchter wärst, dann könnte ich noch viel höher und schöner wachsen.“

Die Blume nimmt die Begebenheiten der Erde an und macht ihr Bestes daraus. Sie kann sich selbst lieben, weil sie das ehrt, was ihr Nahrung gibt.

Du bist diese Blume. Deine Mutter ist die Erde aus der Du gewachsen bist. Nimm die Begebenheit an, die Du durch Deine Mutter bekommen hast und mache Dein Bestes daraus. Vielleicht war Deine Mutter nicht besonders liebevoll zu Dir. Vielleicht war ihr das nicht möglich, weil sie selbst nie eine liebevolle Mutter gehabt hat. Aber so wie eine Wüstenblume auch auf trockener Erde wachsen kann, richte Deinen Blick auf das, was Du bekommen hast und nicht auf das, was Dir angeblich fehlt.

Die Achtung vor dem Ursprung des Lebens

 Versöhnung bedeutet nicht, negative Dinge ungeschehen zu machen oder darüber hinweg zu sehen. Versöhnung ist ein Prozess, der ganz allein in Dir stattfindet und der mit Deiner Mutter im Grunde genommen nichts zu tun hat. Du tust nicht Deiner Mutter einen Gefallen, wenn Du Dich mit ihr versöhnst, sondern Du beschenkst Dich selbst. Indem Du Dein Bewusstsein auf die Geschenke Deines Lebens richtest, bist Du bereits in Deiner Selbstliebe und Deiner Freiheit.

Wenn Du allein auf den Fakt schaust, dass Deine Mutter mit ihrem Körper, mit ihrer Erde, Dir alles gegeben hat, was sie konnte, um Dich ins Leben zu bringen und wenn Du dazu „Ja, danke!“ sagen kannst, dann fängst Du an, Dein eigenes Leben zu lieben.

Ich möchte hier ganz deutlich machen, dass es hier um die Wertschätzung des Schoßes Deiner Mutter geht. Es geht nicht darum, Deine Mutter zu lieben oder Dir ein schlechtes Gewissen zu machen, weil Du genau das vielleicht nicht kannst. Du musst Deine Mutter nicht lieben, schon gar nicht für die Dinge, die Du an ihr vielleicht nicht gut heißen kannst. Aber wenn Du keine Achtung dafür entwickeln kannst, dass ihr Schoß Dich empfangen, genährt, getragen und geboren hat, dann kannst Du den Ursprung Deines Lebens nicht achten. Wie soll daraus eine glückliche Blume keimen?

Versöhnung ist ein Schritt in Deine Freiheit

 Jetzt sagst Du vielleicht: „Aber da ist soviel Wut. So viel Widerstand. Soviel ungesehener Schmerz.“

Die Versöhnung fordert Dich dazu heraus  den Schmerz in Dir endlich anzusehen. Er wird allerdings nicht von Deiner Mutter angesehen, so wie Du es Dir vielleicht immer gewünschst hast. Nicht Deine Mutter erkennt an, dass Du im Groll, Zorn, Hass, in der Wut oder in der Trauer bist. Die Versöhnung zeigt Dir den Weg all das selbst anzuerkennen und zu fühlen. All das möchte gelebt werden! Es möchte Befreiung finden!

Und ist es dann gelebt worden – ja, auch der Zorn, die Wut, der Hass – dann darf es endlich ruhig in Dir werden. Dann machen diese unterdrückten Gefühle endlich den Weg frei für die Fülle und die Geschenke, die dahinter liegen.

Kannst Du die Geschenke Deines Lebens sehen? Kannst Du sie wirklich annehmen und wertschätzen?

Wenn Du aus der Perspektive des Mangels schaust, ist das ein Hinweis darauf, dass Du Dich mit einem gewissen Aspekt in Deinem Leben noch nicht versöhnt hast. Dass Du die damit verbundenen Gefühle noch nicht anerkennend in Dir gefühlt hast. Nutze Deine Gefühle des Mangels als Hinweise auf die Aspekte in Dir, die sich noch versöhnen und befreien wollen.

So kannst Du Schritt für Schritt immer mehr in Deine Fülle gehen. Aus der Perspektive des Mangels wird alles mangelhaft bleiben. Aus der Perspektive der Fülle wird alles erfüllt sein.


Germaid Charlotte

Gründerin von New Women New Earth, Coach, Sängerin, Medicine Woman.

Germaid unterstützt Dich darin, Deine Beziehungen zu heilen, damit Du mit Freude und Kraft Deiner Weiblichkeit Ausdruck verleihen kannst.


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